Von Errol
2013-06-14 02:28:59
Die britische Finanzaufsicht sammelt gegenwärtig Informationen zu einer möglichen Manipulation von Kursen am Devisenmarkt. Hintergrund sind neue Beschuldigungen, wonach Händler von Banken die Kurse zur Erzielung von Gewinnen beeinflusst haben.

Die Financial Conduct Authority (FCA) teilte mit, sie untersuche den Fall, nachdem Bloomberg News unter Berufung auf zwei nicht genannte Personen darüber berichtet hatte. Demzufolge haben sich Händler heimlich untereinander verständigt, um die Chancen auf Beeinflussung der Kurse zu erhöhen.

Die Kursdaten werden von der zum Finanzdienstleister State Street gehörenden World Markets (WM) ermittelt und verbreitet. Thomson Reuters steuert Handelsdaten bei und hat eine Vereinbarung über eine gemeinsame Vermarktung der Kurse getroffen. \"Die FCA kennt die Beschuldigungen und hat mit den relevanten Parteien gesprochen\", sagte ein Sprecher der Aufsicht, der keinen weiteren Kommentar abgeben wollte.

Auftrags-Timing beeinflusst Kursfindung
Der neue Vorwurf der Marktmanipulation kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die angebliche Manipulation von Zinsen, darunter dem Libor, durch Banken geprüft wird.

Fondsmanager und Indexanbieter benützen die WM/Reuters-Devisenkurse, um ihre Bestände zu bewerten und deren Entwicklung zu bemessen. Diese Kurse basieren auf tatsächlichen Handelsgeschäften oder Quoten, können aber laut Bloomberg von Händlern manipuliert werden, indem sie Aufträge vor und während eines 60-Sekunden-Zeitfensters vor der geplanten Kursfindung bündeln.

\"Als Verwalter der WM/Reuters-Devisenkurse veröffentlichen wir Spot-Kurse für die wichtigsten Währungspaare, die von den aktuellen Handelsdaten – oder in bestimmten Fällen von Orderdaten – abgeleitet werden\", sagte eine Sprecherin von State Street. \"Der Prozess zur Ermittlung dieser Information und zur Kalkulierung der Spot-Kurse ist automatisiert und anonym und die Kurse werden auf ihre Qualität und Fehlerfreiheit geprüft.\"

Ein Reuters-Sprecher verwies in dieser Angelegenheit auf State Street.

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